Willi-Bleicher-Preis

Journalismuspreis der IG Metall Baden-Württemberg

Willi-Bleicher-Preis 2014

Journalismuspreis der IG Metall Baden-Württemberg

Anfang 2012 hat die IG Metall Baden-Württemberg den Willi-Bleicher-Preis das erste Mal ausgeschrieben - dieses Jahr ehren wir zum dritten Mal Journalistinnen und Journalisten für herausragende Leistungen. Ihre Fernseh-, Hörfunk- und Printbeiträge setzen sich kritisch mit dem Wandel der Arbeitswelt auseinander und schildern eindrucksvoll die Konsequenzen und Herausforderungen für die Beschäftigten in Büros, Geschäften und Fabriken.

Bild: Roman Zitzelsberger
Roman Zitzelsberger

Damit steht fest: Der Willi-Bleicher-Preis hat sich als Auszeichnung für qualitativ hochwertige Berichterstattung aus der baden-württembergischen Arbeitswelt etabliert. Wie in den Vorjahren haben uns auch in der dritten Runde zahlreiche lesens-, sehens- und hörenswerte Beiträge erreicht, die sich mit den Lebenswirklichkeiten der Menschen beschäftigen. Darin geht es um die Träume und Sorgen von Auszubildenden und Berufsanfängern. Es geht um langjährige Beschäftigte, die aus dem Arbeitsleben aussteigen wollen oder nach einer Insolvenz hinausgedrängt werden. Und es geht um Fachkräfte aus Ländern wie Spanien und Rumänien, die auf der Suche nach Arbeit bis nach Baden-Württemberg kommen. Viele dieser Geschichten haben kein Happy End. Stattdessen erzählen sie von Existenzängsten und Arbeitsverhältnissen, die zu wenig zum Leben bieten.

Cover: Broschüre Willi-Bleicher-Preis 2014
Willi-Bleicher-Preis 2014
(PDF-Format; 4,3 MByte)

Umso wichtiger ist es, dass solche Geschichten und Schicksale dokumentiert werden und öffentliche Aufmerksamkeit finden. Die Veränderungen in der Arbeitswelt werden in Zukunft nicht weniger, sondern mehr. Neue Technologien wie zum Beispiel Industrie 4.0, weltweite Absatzmärkte und ein anhaltender Rationalisierungsdruck erhöhen die Anforderungen an die Belegschaften. Das spüren insbesondere die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den exportstarken Branchen Baden-Württembergs - von ihnen wird immer mehr Flexibilität verlangt, zugleich wächst der Leistungsdruck.

Deshalb zeichnen wir mit dem Willi-Bleicher-Preis bewusst nicht nur Erfolgsstorys aus. Sondern auch Geschichten darüber, wie die Beschäftigten die täglichen Herausforderungen am Arbeitsplatz meistern, welche Sorgen und Ängste sie haben oder welche Missstände ihnen begegnen. Fast immer erfordern solche Beiträge tagelange, manchmal sogar monatelange Recherche - Zeit, die viele Journalistinnen und Journalisten angesichts von sinkenden Auflagezahlen, Sparkursen und Personalabbau in den Verlagshäusern leider immer seltener aufbringen können.

Der Willi-Bleicher-Preis soll ein Anreiz für Medienschaffende sein, sich wieder öfter dem Arbeitsalltag der Menschen zuzuwenden. Das ist zugleich als Aufruf gedacht, auch 2015 wird es wieder einen Willi-Bleicher-Preis geben. Sein Namensgeber, der 1981 verstorbene ehemalige IG Metall-Bezirksleiter Willi Bleicher, stand schließlich auch nicht nur drei Jahre, sondern Zeit seines Lebens für soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit.

Mit dieser Broschüre möchte ich mich bei allen diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bedanken. Den Preisträgern gratuliere ich zu Ihrem Erfolg - und hoffe, dass alle, die nicht gewonnen haben, im nächsten Jahr wieder mit dabei sind. Der Jury ist ihre Entscheidung nicht leicht gefallen, mehrfach hat sie das Für und Wider jedes einzelnen Beitrags abgewogen. Dass nun fünf statt wie geplant vier Beiträge ausgezeichnet werden, da der Preis in der Kategorie Print/Online doppelt vergeben wurde, zeigt, wie schwer es sich die Jury gemacht hat. Für dieses Engagement bedanke ich mich bei den Mitgliedern, namentlich Dr. Frank Brettschneider, Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim, Barbara Roth, Redakteurin für Hintergrund-Innenpolitik beim Deutschlandfunk und dem Schriftsteller Wolfgang Schorlau ebenfalls herzlich.

Roman Zitzelsberger
Bezirksleiter
IG Metall Baden-Württemberg

Preis 2014

Die Preisverleihung

Die Beiträge

Jury-Begründungen