Willi-Bleicher-Preis

Journalismuspreis der IG Metall Baden-Württemberg

Willi-Bleicher-Preis 2012

Durch eigene Arbeit die Arbeitswelt in Baden-Württemberg für Leser, Hörer und Zuschauer beschreiben und erlebbar machen: Mit dem Willi-Bleicher-Journalistenpreis wollen wir Journalistinnen und Journalisten auszeichnen, die dieses Ziel verfolgen.

Als Preis wird er insgesamt zum vierten Mal verliehen, als Journalistenpreis der IG Metall Baden-Württemberg erstmalig in diesem Jahr. Die Resonanz auf den Anfang des Jahres ausgeschriebenen Preis hat uns positiv überrascht und sie hat gleichzeitig bestätigt, dass es sich gelohnt hat, die Ausschreibung vorzunehmen. Journalistenpreise gibt es zwar inzwischen wie Sand am Meer, doch nur wenige gelten als ernsthaftes Qualitätssiegel.

Bild: Jörg Hofmann
Jörg Hofmann

Wir wollen den Willi-Bleicher-Preis als Auszeichnung für qualitativ hochwertige Berichterstattung aus der baden-württembergischen Arbeitswelt etablieren. Im Mittelpunkt steht dabei für uns das tägliche Leben und Erleben in den Fabriken und Büros des Landes, die Dokumentation des Wandels von Arbeit, die Gefahren durch veränderte Rahmenbedingungen und Strukturen, die Belastungen, aber auch die Erfolge und Glücksmomente, die das Berufsleben bereithalten kann. Der Spagat, den immer mehr Menschen zwischen Arbeit und Leben - insbesondere Arbeit und Familienleben - bewältigen müssen, wird immer schwieriger. Die allgegenwärtige Erreichbarkeit, der zunehmende Stress und eine immer weiter um sich greifende Unsicherheit der Arbeitsplätze haben immer größeren Einfluss auf Arbeitsbeziehungen und die vorhandene Arbeitswirklichkeit.

Die Beiträge über diese Entwicklungen, Trends und Momentaufnahmen machen die tägliche Arbeit greifbar; machen sie erlebbar. Und Journalistinnen und Journalisten geben den Menschen Stimmen und Gesichter, holen sie und ihre Geschichten aus der Anonymität, wirbeln Staub auf, stoßen Themen an und werfen Fragen auf. Das ist ihre Aufgabe und dafür gebührt ihnen Respekt und Anerkennung.

Denn sie haben es ebenfalls mit einem Umfeld zu tun, das sich extrem wandelt. Redaktionen werden verkleinert, Stellen gestrichen, Budgets gekürzt. Traf man Journalistinnen und Journalisten früher häufiger auf Veranstaltungen, Pressekonferenzen oder bei einer Recherche vor Ort, ist dies heute leider zu oft die Ausnahme. Mehr und mehr wird das Internet zum Rechercheplatz Nummer eins, E-Mails auch für Journalistinnen und Journalisten zum bevorzugten Kommunikationsmedium und das Telefon immer häufiger der direkteste Draht zu den Menschen. Gleichzeitig ist die Welt der Medien und der Nachrichten rasant und schnelllebig geworden. Hieß es früher noch, nichts sei so alt wie die Nachrichten von gestern, ist heute schon am Abend veraltet, was noch vor wenigen Stunden brandaktuell war. Dadurch verlieren Nachrichten oft an Tiefgang, werden unscharf und oft sogar oberflächlich.

Cover: Broschüre Willi-Bleicher-Preis 2012
Willi-Bleicher-Preis 2012
(PDF-Format; 5,9 MByte)

Mit dem Willi-Bleicher-Preis will die IG Metall ganz bewusst einen Kontrapunkt hierzu setzen. Qualitative Berichterstattung, unbequeme Fragen und keine alltäglichen Themen stehen oft im Vordergrund, wenn sich Journalistinnen und Journalisten mit der Lebenswirklichkeit der Menschen beschäftigten, die als kleinste Rädchen im täglichen Leben der Ökonomie ihren Tätigkeiten nachgehen. Sie wollen wir auszeichnen für ihren Mut, ihr Engagement und für guten Journalismus. Unabhängig von ihren Redaktionen für ihre persönliche Arbeit und ihre Beiträge über die Arbeitswelt und die Arbeitswirklichkeit hier bei uns in Baden-Württemberg.

Ich möchte mich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bedanken, die in diesem Jahr ihre Beiträge eingereicht haben. Sie sind allesamt in dieser Broschüre dokumentiert. Ich hoffe, dass all diejenigen, die in diesem Jahr nicht ausgezeichnet werden konnten, nicht aufgeben und auch im kommenden Jahr wieder mit dabei sind, wenn der nächste Willi-Bleicher-Preis ausgeschrieben wird.

Mein Dank gilt weiterhin der sehr engagierten und hochkompetenten Jury:
Prof. Dr. Frank Brettschneider, Universität Hohenheim, Institut für Kommunikationswissenschaft; Dr. Wolfgang Storz, Publizist und ehemaliger Chefredakteur der Frankfurter Rundschau und Peter Heilbrunner, Abteilungsleiter Wirtschaft und Umwelt, SWR Hörfunk. Sie hatten es nicht leicht, denn die Qualität der eingereichten Beiträge war insgesamt sehr hoch. Und sie hatten es sich auch nicht leicht gemacht, sondern leidenschaftlich diskutiert, das Für und Wider jedes einzelnen Beitrags mehrmals gegeneinander abgewogen und so den Kreis der Aspiranten Runde um Runde verkleinert, bis am Ende die Preisträger feststanden.

Und natürlich gehört ein herzlicher Glückwunsch den diesjährigen Preisträgern:

  • 1. Preis:
    Sina Rosenkranz und Franziska Roth, SWR Hörfunk, für "Falsch vermittelt - Arbeitsagenturen schicken Jobsuchende in die Leiharbeit"
    (zum Beitrag)
  • 2. Preis:
    Thomas Eberding, SWR Fernsehen, für "GLS-Paketzusteller"
    (zum Beitrag)
  • 3. Preis (zwei mal vergeben):
    Petra Otte, Stuttgarter Nachrichten, für "Der Geldregen trifft längst nicht alle"
    (zum Beitrag)
    Flora Wisdorff, Welt, für "Zeitarbeit für immer"
    (zum Beitrag)
  • Nachwuchspreis:
    Katrin Pribyl, Südkurier, für die Artikelserie "Gesichter des Handwerks"
    (zum Beitrag)

Machen Sie weiter so, lassen Sie sich nicht beirren.

Jörg Hofmann
Bezirksleiter
IG Metall Baden-Württemberg

Preis 2012

Die Preisverleihung

Die Beiträge